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Keine Geschichte führt zurück in die Farce …

03.07.2015

Die Leinen sind gekappt – Schlepper haben die alte Dame Europa in die offene See hinausgezogen – der Kahn ist noch stabil aber schon mühsam zusammengehalten.

Mediale Multplikatoren[1], für die selbst die Bezeichnung »alternativlos» alternativlos ist, schreiben eine immer gleiche Geschichte: Uns geht es gut – wer nicht für uns ist, ist gegen uns – der nächste Rubel, der rollt, ist immer der Nächste. Leben in einer Tautologie, im Rennen mit sich selbst.

Das Schiff wird nicht gegen die Wand gefahren, es fährt solange, bis es auseinanderfällt.

Flatter schreibt zum gesellschaftlichen Vakuum in „Wo die Geschichte fehlt“[2]

»Es gibt also keine Geschichte, weder wahr noch gelogen, der die Menschen folgen könnten. Es gibt keine Wünsche, die jemand erfüllt. Es gibt keine Zukunft, auf die sich irgendwer freuen könnte, nicht einmal irgend eine Aussicht auf ein Ende der „Krisen“. Genau so sehen sie dann auch aus, die Verwalter dieser aschgrauen Welt.

[…]

Es herrscht das Vakuum. Es herrscht, weil es keine Geschichte gibt, die dem mit allerletzter Konsequenz wütenden Kapitalismus noch eine ansehnliche Fassade überstülpen könnte. Es herrscht, weil es noch niemanden gibt, der eine andere Geschichte erzählt, die man ihm glaubt, die ein anderes Ende verspricht, an dem man noch leben möchte. Immerhin: Noch ist es nicht die alte Platte, die immer wieder aufgelegt wird, wenn sonst nichts geht, die von Volkssturm und Feindvolk. Es ist daher noch ein wenig Zeit, eine neue zu schreiben. Vielleicht wird es die von den Menschen Südeuropas, die sich gewehrt haben.«

 

[1]Multiplikatoren: Substantiv, m; wird zurzeit stark unterschätzt.
[2]Flatter; → Wo die Geschichte fehlt

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