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Prognose: Die neue Regierung wird die Finanzmärkte nicht weiter regulieren

24.10.2009

Michael Spreng hat in seinem Blog sprengsatz.de ↗ einen Klugen Artikel zur neuen Koalition und zu den strategischen Besetzungen der Posten rund um Angela Merkel geschrieben: Das dicke Ende kommt noch. ↗

Unter anderem beschreibt er sehr gut, wie die neue Koalition ihre wichtigsten Ziele Investitionen, Steuersenkungen und Konsolidierung gleichzeitig bedienen will. Zuerst wird der Haushalt durch Investitionen und Steuersenkungen belastet, irgendwann danach kümmert man sich um die Konsolidierung.

Meiner Meinung nach folgt die Koalition einer einfachen Logik: Solange die Wirtschaftskrise anhält, lässt sich der Haushalt auf keinen Fall konsolidieren. Das glaubt ihnen dann auch jeder. Gut, dass die Mehrheit da draußen nicht nachdenkt. Und Hey, sie tun auch echt viel für die Regulierung der Finanzmärkte und so.

An eine weitergehende Regulierung der Finanzmärkte glaube ich jedoch nicht. Denn wenn die zukünftige Regierung vorhätte, restriktiver in die Regulierung der Finanzmärkte einzugreifen, wüssten sie, ob nur Investitionen und Steuersenkungen, oder aber Steuererhöhungen bei gleichzeitigen Investitionen in die Kaufkraft der Bürger und die Konsolidierung des Haushalts zur Zeit Priorität haben. So aber bedient die neue Regierung alle Optionen, aber keine richtig. Sie kümmert sich somit auch nicht um die Stärkung der Volkswirtschaft insgesamt. Und das ist der Skandal.

Meine Prognose ist: Die neue Regierung hat nicht vor, großartig in den Finanzmarkt einzugreifen, sie lassen die Entwicklung einfach auf sich zukommen. Und sie füttern vielleicht mit ihrem Geld für die Bankenrettung die nächste Blase an. Das wäre dann der nächste Skandal.

Bezüglich der Finanzmärkte soll auch daran erinnert werden, dass es europäischen Banken seit Ende 2008 erlaubt ist, nicht mehr nach dem Fair-Value zu bilanzieren.

Wer will, kann seine Bilanzierungsprinzipien umstellen und die Wertpapiere in eine andere Kategorie verschieben. Dann scheinen sie in der Gewinn- und Verlustrechnung nur noch auf, wenn man tatsächliche Gewinne oder Verluste erzielt bei einem Verkauf oder weil eine Forderung endgültig verloren ist. (diepress.com ↗)

So hat beispielsweise die Deutsche Bank aus ihrem Wertverlust von 850 Millionen Euro einen kleinen Gewinn gemacht. ↗

Die Bilanzierungsart mach jedoch die Finanzmärkte noch anfälliger für eine Blase und für eine neue Krise.

Schöne Aussichten!

Links im Text:

Das dicke Ende kommt noch ↗ (sprengsatz.de, 24.10.2009, Michael Spreng)
Neue Bilanzregeln gegen die Krise ↗ (diepress.com, 31.10.2008, Beate Lammer)
Deutsche Bank 2008 mit Rekordverlust ↗ (Telepolis, 05.02.2009, Ralf Streck)

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