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Die Eichhörnchen und die Wirtschaftskrise

06.05.2009

Es war einmal ein kleines Dorf auf dessen Marktplatz eines Tages ein Fremder erschien und jedem Bewohner versprach, dass er für jedes gefangene Eichhörnchen 10 Euro bezahlen würde. Die Leute aus dem Dorf wussten, dass es große Mengen an Eichhörnchen in ihren Wäldern gab. Sie machten sich fleißig auf, die Tiere zufangen, vernachlässigten jedoch ihre Feldarbeit, ihr Geschäft und ihr Haus. Aber tatsächlich bezahlte der Fremde für jedes Eichhörnchen 10 Euro und den Bewohnern ging es gut. Doch irgendwann gab es immer weniger Eichhörnchen und es wurde schwieriger welche zu fangen, so dass die Dorfbewohner wieder ihrer normalen Arbeit nachgingen.

Da gab der Fremde bekannt, dass er ab sofort für jedes Eichhörnchen 20 Euro zahlen würde und erneut zogen die Leute des Dorfes hinaus zur Jagd auf die flinken Baumbewohner. Wieder vernachlässigten die Bewohner ihre Arbeit und ihre Häuser, und die Felder waren nicht bestellt und die Geschäfte und die Häuser verfielen. Aber das war nicht schlimmt, konnten sie doch mit den Eichhörnchen genug Geld verdienen.

Bald gab es kaum noch Eichhörnchen, und nach einer weiteren Erhöhung des Angebots durch den den Fremden auf 25 Euro pro Stück gab es gar keine Eichhörnchen mehr. Zwar konnten sie keine Ernte einfahren und mit ihren Geschäften auch nichts verdienen, aber sie hatten viel Geld mit den Eichhörnchen gemacht.

Jetzt stellte sich der Fremde auf den Marktplatz und rief, dass er ab sofort 50 Euro pro Eichhörnchen zahlen würde. Aber, da er dringend in die Stadt müsse, werde sein Assistent in der Zwischenzeit die Geschäft für ihn übernehmen. Gesagt, getan.

Das interessierte die Dorfbewohner aber nur noch mäßig, da es so gut wie keine Eichhörnchen mehr gab und die meisten Dorfbewohner damit zu kämpfen hatten, dass sie keinen Verdienst aus ihrer Ernte oder ihrem Geschäft mehr erzielten und die liegenbebliebenen Instandhaltungsarbeiten an Haus und Hof dringend erledigt werden mussten. Aber mit welchem Geld? In der Hoffnung auf steigende Eichhörnchenfangprämien hatten sie sich bereits als Krösus gesehen und viel Geld verprasst.

Als der Assistent am nächsten Tag auf dem Marktplatz die Dorfbewohner zusammenrief, hatte er einen neuen Plan. Er hob die Plane von den Käfigen in denen alle Eichhörnchen gefangen waren und rief: »Ich verkaufe euch die Tiere für 30 Euro pro Stück.«

Ein wütendes Gemurmel ging durch die Menge.

»Aber!« rief der Assistent weiter. »Aber!!! Wenn mein Chef morgen aus der Stadt zurückkehrt, könnt ihr ihm die Tiere für 50 Euro pro Stück wieder verkaufen.«

Das war die Rettung! Die Dorfbewohner rasten los, kratzten alles Geld zusammen, das sie noch gespart hatten und kauften alle Eichhörnchen für ein paar Milliarden Euro zurück. Viele verpfändeten dafür sogar Haus und Hof.

Den Fremden oder dessen Assistenten hat danach niemand wieder gesehen; dafür aber jede Menge Eichhörnchen.

Und jetzt geneigter Leser verstehen Sie, wie übertriebene Gewinnerwartungen vom Arbeiten in der Realwirtschaft abhalten und wie viele Menschen durch die dadurch enstandene Wirtschaftskrise Haus und Hof, Ernte und Arbeit verloren.

Und die Moral von der Geschicht:

Das Geld hüpft fröhlich durch Gärten, Felder und Wälder; man muss nur genug dumme Menschen finden, die es für einen einfangen und dafür auch noch bezahlen.

Mit Regenwürmern wird es auch nicht besser.

(Aus dem World Wide Web, geändert vom Säzzer)

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One Comment
  1. x3non permalink

    Hallo,
    bist du an einer Linkpartnerschaft interessiert? Mein Blog findest du unter …
    [Edit: Linkstricher sind hier grundsätzlich unerwünscht! Der Säzzer]

Kommentare sind geschlossen.